SWAN SONG

     Swan Song

Udo Kier | © Plaion Pictures

 Tragikomödie, Queer
 USA 2021, FSK 12
 101 Min.

 Regie: Todd Stephens
 mit Udo Kier, Jennifer   Coolidge, Linda Evans       u.a.


DVD Release: 25.05.2023

Pat Pitsenbarger - sein Leben lang erfolgreicher Coiffeur mit bewegter Geschichte - lebt nach seinem Schlaganfall im Altenheim und hat sich der Situation vollkommen hingegeben. Mit anderen Worten: erwartet auf den Tod. Gelegentlich blitzt in den wenigen Begegnungen auf den Heimfluren noch etwas von dem auf, was er einmal gewesen sein muss: eine Persönlichkeit! Dann verstirbt seine meist geliebte und meist gehasste Kundin, die wohlhabende Rita Parker Sloan (sie ließ ihn nach dem Ableben seines Lebenspartners kläglich im Stich), und in ihrem Testament steht der Wunsch, Pat möge sie zu ihrer Beisetzung noch einmal herrichten, wie nur er das könne. Die Entlohnung soll fürstlich sein! - Auf eigene Faust und ohne einen Cent in der Tasche begibt sich der Mann auf einen strapaziösen Weg voller Erinnerungen und Begegnungen mit der Welt von heute.

Es mag sein, dass nicht jede Einstellung in dieser melancholischen Komödie lupenrein ist. Dass sich die Dramaturgie gelegentlich verschleppt. Dass der Verlauf der Geschichte recht absehbar ist oder das Pathos zu fett. Doch egal, was mensch an Swan Song auszusetzen haben mag: der Kern der Story ist herzerweichend und markdurchdringend, und Udo Kier macht den Film zu seinem Solitär - es scheint, als hätte nur er allein diesen Part übernehmen können und dürfen. In seinen starken Momenten (derer es viele gibt) erinnert das Roadmovie an Arbeiten gefeierter Regisseure (wie etwa Wenders) und an Glanzlichter des ArtHaus-Genres (wie Out of Rosenheim - BRD, USA 1987, R.: Percy Adlon).

Schrill und still, oberflächlich und aufrichtig, tieftraurig und urkomisch: selten wurden konträre Aspekte einer Geschichte so gekonnt in einander gewoben. M.m.n. führt kein Weg an dieser strahlenden Arbeit vorbei.

cnm

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